Chronik der Fanfare Keispelt-Meispelt 1904-1956


1904 „Im Jahre 1904 fanden sich 30 Jungmänner aus Keispelt und Meispelt zusammen und sie fassten den Entschluss, eine Musikgesellschaft zu gründen.“ So lautet der Anfang aller Chroniken, die bisher über die Fanfare Keispelt-Meispelt verfasst wurden. Ein Vorstand von sieben Mitgliedern leitete die Geschicke des Vereins und schon am Kirmessonntag im Oktober konnte die Gesellschaft ihren ersten Auftritt verzeichnen. Erstmals wurde der Hämmelsmarsch in unseren Dörfern von der Musikgesellschaft gespielt und am Nachmittag konnte man schon mit einem kleinen Konzert aufwarten.
1906 - 1910 Die folgenden Jahre waren für die neue Gesellschaft eine schwierige Zeit, denn nicht weniger als 6 Gründungsmitglieder wanderten kurz nach der Gründung des Vereins nach Amerika aus. Der arg geschrumpfte Verein warb neue junge, musikbegeisterte Männer an. Bald konnte die Fanfare wider mit ihren gewohnten Konzerten begeistern. Aber ihre Tätigkeit beschränkte sich nicht nur auf das Musikalische, auch kulturelle Ereignisse kamen nicht zu kurz.
1911 Zweimal im Jahr, am Antoniustag und am Kirmestag wurde ein Theaterstück aufgeführt, welches bei den Einwohnern regen Anklang fand. Die Begeisterung der Schauspieler und Zuschauer war so groß, dass man bald keinen geeigneten Saal für die Vorführungen zur Verfügung hatte; also beschlossen die Musikanten im Jahre 1911 einen eigenen Saal zu errichten.
1920 Während des Ersten Weltkrieges quartierten sich die deutschen Besatzungstruppen im Musiksaal ein. Sie verschleppten oder zerschlugen sämtliches Material, die Instrumente waren vorher vorsorglich versteckt worden. Im Jahre 1920 nahm der Verein seine Tätigkeit wieder auf und bald war die Musikgesellschaft nicht mehr aus dem Leben der Einwohner aus Keispelt-Meispelt wegzudenken.
1929 Am 25. August feierte die Gesellschaft ihr 25jähriges Stiftungsfest.
Gruppenbild 1929
1937 Der Verein erlebte einen unvergleichlichen Aufschwung, die Mitgliederzahl nahm stetig zu und die Musikanten ließen keine Gelegenheit aus, alle festlichen Ereignisse im Dorf musikalisch zu umrahmen und anschließend auch gebührend zu feiern. Etwas getrübt wurde die Stimmung in der ganzen Ortschaft anfangs 1937: die Maul- und Klauenseuche wütete in Keispelt-Meispelt und um der Gefahr der Ausbreitung entgegen zu wirken, beschloss der Verein, seine Proben und Versammlungen für kurze Zeit zu unterbrechen.
1945 - 1948 Doch schon bald kündigte sich der 2. Weltkrieg an. Diese unheilvollen Jahre brachten nicht nur großes Leid über das Luxemburger Land, auch unsere Gesellschaft musste schwere menschliche Verluste beklagen. Junge, hoffnungsvolle Musikanten verloren ihr Leben auf den Schlachtfeldern oder in Umsiedlungslagern. Nach Kriegsende, im Jahr 1945 nahm die Musikgesellschaft ihre Tätigkeit wieder auf und schon 1948 spielten sie wiederum ein Konzert auf der Place d’Armes.
1950 Das Jahr 1950 brachte wiederum eine Wende in der Vereinsgeschichte: die Musikgesellschaft und die freiwillige Feuerwehr schlossen sich zu einem Verein „Union Fanfare-Pompiers Keispelt-Meispelt“ zusammen.
1956 Am 21. und 22. Juli 1956, mit zweijähriger Verspätung also, wurde das 50jährige Stiftungsfest gefeiert.
Gruppenbild 1956